Historisches

Um das Jahr 1923 war die Stadt Gelnhausen bestrebt, eine Badestadt zu werden. Die Familie Becker-Schöffer hatte der Stadt den Wilhelm-Schöffer-Park geschenkt, den man zum Kurpark herrichtete. Die Villa „ZurWithu“ wurde zum Kurhaus mit Hotelzimmer und Restaurant umgebaut. In dieser Zeit entstanden auch zwei Tennisplätze innerhalb des Kurparks, da in einem Bad Gelnhausen natürlich auch Tennis gespielt werden sollte. Im Sommer 1926 fanden sich dann einige Damen und Herren zusammen, die unter Führung von Oberlehrer Walter Knoll (1.Vorsitzender) und Dr.Hermann Schaum (2. Vorsitzender) einen Tennisclub unter dem Namen „Tennisvereinigung Kurpark Gelnhausen“ gründeten.

 

1928 fuhren die Gelnhäuser zu seinem ersten Turnier nach Fulda zu Grün-Weiß und gewannen sogar, was allgemeine Überraschung hervorrief. Von da an wurden regelmäßig Freundschaftsspiele der Damen und Herren mit befreundeten Vereinen ausgetragen. Da es allerdings in der näheren Umgebung keine Tennisvereine gab, reiste man nach Hanau, Frankfurt, Hersfeld, Darmstadt, Marburg usw. Trotz der großen Unterschiede der Städte und Vereine konnten die Gelnhäuser durchaus manches Match gewinnen.

Im Januar 1930 wurde der Verein beim Amtsgericht Gelnhausen unter dem heutigen Namen

Tennisclub Blau-Weiß Gelnhausen

 

als e.V. ins Vereinregister eingetragen. Offensichtlich aus politischen Gründen gab es 1933 einen weitgehend neuen Vorstand mit dem 1.Vorsitzenden Apotheker Rudolf Müller.

Mit dem Jahre 1936 begann eine Existenzkrise des Vereins. Der Kreis hatte sich entschlossen, im Kurpark ein Krankenhaus zu bauen. Dadurch gingen die beiden Plätze, die sich etwa dort befanden, wo heute das Schwesternwohnheim steht, verloren. Man behalf sich notdürftig mit dem Privatplatz an der „Weißen Villa“, der sich allerdings in keinem besonderen Zustand befand. Mehrere Vereinswettkämpfe wurden in Bad Orb ausgetragen, wo es zwar eine Tennisanlage, jedoch keinen Tennisverein gab.

1937 erhielt der Club mit Wilhelm Deutsch einen Vereinsführer. In den Zeiten des „Dritten Reiches“ kam es mehr und mehr zur Gleichschaltung der Sportvereine. Deutsch, der zunächst noch gewählt wurde, bestimmte laut Satztung die übrigen Vorstandsmitglieder. Ab 1940 wurde auch der Vereinsführer, und zwar vom Kreisführer des NSRL, eingesetzt. Die miserabele Platzsituation ließ das Interesse am Tennissport in Gelnhausen immer mehr sinken, sodaß 1938 der absolute Tiefstand erreicht war. Nur noch 12 Mitglieder hatte der Verein.

In dieser Situation bewies Wilhelm Deutsch, der später zum Ehrenmitglied und zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde, sein Geschick. Mit großer Mühe gelang es ihm, die Stadt dazu zu bewegen, in dieser schwierigen Zeit zwei Tennisplätze neben dem Bergschlößchen zu bauen.

Im Sommer 1939, also kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges, konnten die neuen Plätze eingeweiht werden. Nun ging es schnell wieder aufwärts. Bereits 1942 hatte der Club schon 80 Mitglieder.

Gegen Ende des Krieges kamen die Aktivitäten des TC Blau-Weiß, genau wie die der anderen Sportvereine, weitgehend zum Erliegen. 1946 wurden unter dem Druck der Alliierten alle Sportarten in einer einzigen Sportvereinigung zusammengeschlossen. Es bestand eine Abteilung Tennis, die den Spielbetrieb aufnahm. 1949 machte sich die Abteilung wieder selbständig, 1. Vorsitzender des TC Blau-Weiß Gelnhausen war Bernd Kappel.
Von dieser Zeit an konnte man dann über viele Jahre einen stetigen Aufschwung beobachten. 1952 wurde Hugo Schneider zum Kassenwart gewählt. Er behielt diese Funktion 38 Jahre lang und leistete hervorragende Arbeit beim Bau der Plätze und des Clubhauses. 1953 wählte die Versammlung Dr. Wolfgang Schaum zum 1. Vorsitzenden, er sollte dieses Amt 30 Jahre lang ausüben. Gleich im ersten Jahr seiner Amtszeit konnte er einen dritten Platz in Betrieb nehmen.

1961 wurde das Clubhaus gebaut und eingeweiht. 1974 gab es eine Baumaßnahme zur Erweiterung des Gebäudes. Die nächste Erweiterung erfolgte dann unter der Regie von Werner Bunte 1991/92. Drei weitere Plätze entstanden 1969, 1975 und 1978. Ebenfalls 1978 gab es eine Ballwand, eine Flutlichtanlage kam 1977 hinzu.

In den Jahren 1983 und 1984 führte Bernd Maiwald den Verein, 1985 wurde Hans Jo Kraehe 1. Vorsitzender. 1995 trat er zurück, ein Jahr lang hatte der Club keinen Vereinsvorsitzenden. 1996 übernahm dann Dr. Manfred Tauber diese Funktion. Erstaunlicherweise gab es in der 75-jährigen Vereinsgeschichte lediglich neun Vereinsvorsitzende.

Rasant war auch die sportliche Entwicklung. Nach dem Krieg begann es mit einer Herrenmannschaft. Ab 1959 kam ein Damenteam hinzu. 1970 meldete der Club eine 2. Herrenmannschaft. Ab 1975 gab es die Senioren. 1981 spielten bereits drei Herrenmannschaften, zwei Damenteams, Senioren und Seniorinnen. Hinzu kamen mehrer Mannschaften der Jugend und der Bambini. Ab 1988 gingen dann auch Senioren der AKII an den Start. Der absolute Höhepunkt war das Jahr 1993, als 15 Mannschaften der Erwachsenen und sieben der Jugend an den Wettspielen des HTV teilnahmen.

1999 gab es in Hessen eine einschneidende Strukturveränderung bei den Altersklassen der Herren. Bezeichnungen wie Senioren oder Jungsenioren wurden vollständig abgeschafft. Es heißt seitdem nur noch Damen, Herren, Damen 30, Damen 40, Herren 30, Herren 40 usw. Für den TC Blau-Weiß brachten die letzen Jahre einen gewissen Rückgang bei den Wettspielmannschaften. Dies ist allerdings keine spezielle Gelnhäuser Entwicklung, denn ähnliches ist im ganzen HTV zu beobachten.